Jagdschule

13 Jungjäger legten erfolgreich die Jägerprüfung ab.

Nach erfolgreicher Prüfung: 13 glückliche Jungjäger
Nach erfolgreicher Prüfung: 13 glückliche Jungjäger

Inzlingen. Bei der traditionellen Freisprechungsfeier im Wasserschloss erhielten jetzt 13 Jungjäger ihre Jägerbriefe und ihre Prüfungsurkunden. Damit endete für die erfolgreichen Absolventen der staatlichen Jägerprüfung in Baden-Württemberg eine intensive Ausbildungszeit an der Jagdschule Roland Heller. Die Nachwuchsjäger können nun ihren ersten Jagdschein lösen und unter der Anleitung von erfahrenen Jägern praktische Jagderfahrungen sammeln.

Die Teilnehmer des Jagdkurses, die im Alter zwischen 16 und 63 Jahren sind, lernten in den vergangene sieben Monaten das Waidwerk von der Pike auf. An zwei Abendterminen pro Woche drückten die angehenden Jungjäger die Schulbank. Sie erfuhren vieles über Feld- und Waldbau, über Haar- und Federwild, über Jagdrecht, Waffentechnik, Jagdhunde, Tierkrankheiten und Wildbrethygiene. Die Wochenenden galten der praktischen Vertiefung des Lehrstoffes und dem Erwerb der Schiessfertigkeit. So vorbereitet stellten sie sich dem anspruchsvollen dreiteiligen „grünen Abitur“.

Der Ehrenvorsitzende der Kreisjägervereinigung, Herbert Glasmacher bei der Freisprechung
Der Ehrenvorsitzende der Kreisjägervereinigung, Herbert Glasmacher bei der Freisprechung

Bei der Freisprechungsfeier lobte Kursleiter Roland Heller den großen Durchhaltewillen und die Teamfähigkeit seiner Schüler. Der Ehrenvorsitzende der Kreisjägervereinigung, Herbert Glasmacher, vollzog die traditionelle Freisprechungszeremonie. Er erinnerte die Jungjäger nochmals an das jagdethische Leitbild der Waidgerechtigkeit und nahm ihnen das Gelöbnis ab, bei der Jagdausübung stets respektvoll mit Mensch, Tier und Umwelt umzugehen.

Den Jägerschlag, drei Schläge mit dem Hirschfänger auf die linke Schulter, vollzog Bürgermeister a.D., Erich Hildebrand, Ehrenbürger der Gemeinde Inzlingen und selbst passionierter Jäger. Der erste Schlag für die Freiheit der Jägerei. Der zweite Schlag zum Erhalt von Wald und Wild. Der dritte Schlag für Waidgerechtigkeit auf Lebenszeit.

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Kreisjägermeister Dieter Brombacher

Kreisjägermeister Dieter Brombacher freute sich über den jagdlichen Nachwuchs und nahm ihn aber auch gleich in die Pflicht. Das neue Landesjagdgesetztes in Baden-Württemberg mache die aktuelle Lage für die Jägerschaft nicht einfacher. In dieser Situation werde jeder einzelne gebraucht. „Setzen Sie sich für unsere Sache ein“, appellierte er an die Jungjäger.

Alfred Rüsch „Bierwirt“ zum „Jäger ehrenhalber“ der Gemeinde Inzlingen ernannt. 

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Bierwirt Alfred Rüsch (links) wurde von Roland Heller zum „Ehren-Jäger“ ernannt

Für eine große Überraschung sorgte Kursleiter Roland Heller, nachdem alle Jungjäger den begehrten Jägerbrief erhalten hatten. Unter den Gästen befand sich Alfred Rüsch „Bierwirt“ aus Inzlingen, der zwei Jungjäger aus seiner Familie zur Freisprechungsfeier begleitete. Aufgrund seines übergroßen Engagements um die Belange der Jagd bekam er ebenfalls einen Jägerbrief, in dem er zum „Jäger ehrenhalber“ der Gemeinde Inzlingen ernannt wurde. Dazu bekam er einen Jägerbruch und eine Anstecknadel der Jägerschaft überreicht. In seiner Ansprache hob Ausbildungsleiter Heller seine Verdienste um die Jagd hervor. Der 95-jährige „Bierwirt“ war von Jugend an mit der Jagd verbunden, ohne jemals den Jagdschein gemacht zu haben, was er immer sehr bedauerte. Neben seiner Gaststätte „Bierhuus“ in Inzlingen war er auch Fleischbeschauer der Gemeinde. In der Zeit, als die Jagd von Inzlingen noch fest in Schweizer Jägerhänden war, bekam er alles Wild ins „Bierhuus“ angeliefert, weil das Wildbret nicht in die Schweiz eingeführt werden durfte. Dort versorgte er fachmännisch das Wildbret, was für Ihn als gelernten Metzger kein Problem war. Zu seiner größten Freude legte sein Sohn Konrad und sein Schwiegersohn Erich Hildebrand die Jägerprüfung ab und wurden äußerst aktive Jäger in der Gemeinde. Auch hier ließ er es sich nehmen, das erlegte Wild zu jeder Tages- und Nachtzeit zu bergen und in seinem Schlachtraum zu versorgen. Stolz war er, dass er heute seinen Enkel Kosmas Waiz und den Schwiegersohn von Erich Hildebrand, Niels Braun, zur Freisprechungsfeier begleiten konnte.

Die Dinkelberger Jagdhornbläser ehrten Ihn mit dem Stück „Ehrenfanfahre“.    

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Abschlussbericht Zertifizierung Jagdschule Heller 

Sehr geehrter Herr Heller, 

angefügt finden Sie Zertifizierungsbericht und -bestätigung für die Untere Jagdbehörde zu Ihrer Jagdschule vorab als PDF-Datei. Die Originale wird Ihnen Herr Wenzel per Post zukommen lassen. Ihre Jagdschule gehört zu den besten Jagdschulen, die ich bisher in Baden-Württemberg gesehen und begutachtet habe: Herzlichen Glückwunsch!

Vielen Dank für die gute und sehr angenehme Zusammenarbeit mit Ihnen und Ihrer Frau. 

Viele Grüße 

Franz-Josef Lückge

In Kooperation mit den Badischen Jägern Lörrach e.V. führen wir seit 35 Jahren jährlich einen Vorbereitungslehrgang zur staatlichen Jägerprüfung in Baden-Württemberg durch. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung bieten wir den Vorbereitungslehrgang zur staatlichen Jägerprüfung als sieben monatigen Kurs an, bestehend aus Theorie und Praxis im eigenen Lehrrevier. Die Ausbildung beginnt jeweils im Oktober und endet Anfang Mai mit Abschluss der Jägerprüfung. Nur so kann sich unserer Erfahrung nach das umfangreiche Prüfungswissen nachhaltig bei den Prüflingen setzen. Unsere Erfolgsquote liegt deshalb auch bei nahezu 100 %.